Wie ich zu gutefee wurde

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Oder: Warum zur Hölle Hochzeiten?

Viele Mädchen träumen ein Leben lang davon… ganz in weiß, mit Traumkleid, Traumtorte und Traummann. Heiraten, das letzte große Abenteuer unserer Zeit. Für mich war das natürlich auch so. Auch meine Barbies haben alle paar Monate geheiratet und natürlich war auch ich einmal Blumenmädchen (hach, wie putzig).

Aber anders als andere Mädchen hatte ich nicht den einen großen Traum von Heiraten – ich hatte viele! Mal ganz groß, mit der ganzen Familie. Mal im kleinsten Kreis am Strand. Mal die Winterhochzeit auf der Hütt’n… mal die entspannte Gartenparty. Da auch ich vorhabe, nur einmal im Leben zu heiraten, musste eine neue Lösung her: All diese Träume sollten sich nicht für mich erfüllen, sondern für die anderen Paare. Das war zumindest der Plan, als ich 13 war.

Über die Jahre verlor sich dann die Idee und kurz vor Ende des Studiums hatte ich noch einen freien Sommer. Das heißt genauer: Ich hatte alle Kurse abgeschlossen, alle Pflichtpraktika erledigt, ich musste nur noch auf den Herbstbeginn warten, um endlich mit der heißgeliebten Abschlussarbeit zu beginnen. Was wollte ich mit diesem Sommer nur anfangen? Ich beschloss, mir einige schöne Wochen in meiner Lieblingsstadt Hamburg zu machen – und dabei auch in das Leben eines Wedding Planers einzutauchen. Bei Melanie hat sich der Traum erfüllt und einige sehr schöne und aufregende Wochen gingen ins Land (35 days of Hochzeitsplanung gibt’s hier nachzulesen). Danach stand für mich fest: Ja, ich könnte mir gut vorstellen, auch Hochzeitsplanerin zu arbeiten. Aber erst, wenn ich einen festen Wohnort hätte (denn nur dann kann man langfristige Kontakte zu Dienstleistern aufbauen und vorher macht der Job wenig Sinn).

Also wurde dieser Plan um einige Jahre verschoben. Im Winter 2011, als ich (mitten im Masterstudium übrigens) beschloss, in meine hessische Heimat zurückzukehren, hatte ich eine mittelfristige Perspektive, eine kleine Hochzeitsagentur aufzubauen. Nun ist es so, dass Hochzeitsplaner vor allem in der Stadt gefragt sind – im ländlichen Bereich ist das noch eher unüblich. Entsprechend war ich vorsichtig und wollte mir erst einmal anschauen, wie sich der Markt so entwickeln würde.

Als ich anfing, Freunden und Bekannten nach und nach von meinem Vorhaben zu erzählen und die ersten Hochzeiten als Planerin begleitete, fragte mich meine liebe Freundin Anna ziemlich spontan, weshalb ich denn nicht auch freie Trauungen anbieten würde. Ich sei schließlich textaffin, stehe gerne vor Publikum und habe die Gabe, mich ganz und gar auf Menschen einzulassen. Das stimmte wohl – ich schreibe nicht nur gerne, sondern rede auch wahnsinnig gerne. Beim Uniradio hatte ich einige Jahre gearbeitet und Theaterspielen gehörte seit der Mittelstufe zu einer meiner liebsten Beschäftigungen. Außerdem war ich leidenschaftlich neugierig auf Menschen, ihre Geschichten und ihre Beziehungen… perfekte Voraussetzungen. Dass ich auch noch gerne Gastgeberin bin, dafür sorge, dass Menschen sich wohlfühlen, und Feierlichkeiten gerne einen festlichen Rahmen gebe, ist ein weiteres Plus, das meine Arbeit vereinfacht.

Ich stellte mich also nicht nur Freunden, sondern auch Fremden als Traurednerin vor und zu meiner Überraschung gab es viele Menschen, die sich von mir trauen lassen möchten – viele unterschiedliche Paare, Bekannte und neue Freunde haben mir ihr Vertrauen geschenkt. Und so begann die Reise von gutefee… Mittlerweile hat sie mich über meine eigene Hochzeit, die Gründung des Brautflohmarkt und die Erfindung des Brautkästchens bis hierhin getragen. Mal sehen, wo es noch hingeht.