Tischordnung & Gastgeschenk: Gestempelte DIY-Servietten.

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Hallo Ihr Lieben,

ein leidiges Thema bei der Hochzeitsvorbereitung: Tischordnung. Wen setzt man wo hin? Wer kann sich gut mit Tante Emma unterhalten, wer erträgt die Krankheitsgeschichten von Onkel Horst und finden Lina und Moritz aus dem tiefsten Bayern wohl ein gutes Gesprächsthema mit den Hamburger-Hipstern Fumiko und Jürgen? Das ist die eine Sache… aber wie die Tischordnung charmant und schick auf den Tisch bringen – ohne Klappkarten??

Ein anderes Thema sind Gastgeschenke: Was kostet nicht die Welt und macht trotzdem einen guten Eindruck? Gibt es eine Alternative zu den Mandelpäckchen, Fotoböxchen und Organzasäckchen dieser Welt?

JA ES GIBT SIE!

Eine originelle und gleichzeitig schön-aber-schlichte Kombination aus Tischordnung, Gastgeschenk und Tischdeko habe ich mit den DIY-Stempelservietten gezaubert. Einen ersten Blick habt Ihr bereits hier auf sie werfen dürfen :-)

Diese selbstgenähten und bestempelten Servietten sind individuelle Gastgeschenke, die nicht nur Euer Hochzeitskonzept aufgreifen, sondern auch ein echter Hingucker für Eure Tischdeko.

(Ich bitte Euch, die schlechte Fotoqualität zu entschuldigen – während ich die guten Stücke fertig gemacht habe, war ICH so fertig, dass ich keinen Nerv hatte, an den guten Fotoapparat zu denken…)

 

Ihr braucht:

  • Baumwollstoff in der Farbe Eurer Wahl (ich empfehle DITTE von Ikea)
  • eine Nähmaschine
  • jede Menge Garn in der Farbe Eurer Wahl
  • einen Hochzeitsstempel (ach was)
  • Textilstempelfarbe (gibt’s z.B. bei idee creativmarkt)
  • Textilmalstifte (gibt’s auch bei Ikea)
  • zum Fixieren: ein Bügeleisen

 

Los geht’s!

 

  1. Zunächst einmal müsst Ihr losziehen und den Stoff kaufen und am besten gleich vor Ort zuschneiden – denn im Stoffladen (oder eben auch bei Ikea) gibt es große Schneidetische, das ist einfach komfortabler. Je nach Wunsch schneidet die Servietten auf eine Größe zu. Ich empfehle entweder 25x25cm (das ist eher Taschentuchgröße) oder 45x45cm (das ist 4fach gefaltete Serviettengröße). Das hängt auch davon ab, was Ihr genau wollt und wünscht. Achtung: Denkt an die Nahtzugabe für den Umschlag UND daran, dass der Stoff evtl. ein bisschen einläuft. Für mich habe ich mich für 25x25cm entschieden. Den Stoff könnt Ihr entsprechend der Größe in Streifen reißen und dann einzelne Stücke abschneiden.
  2. Jetzt kommt der aufwändigste Teil: das Nähen. Um den Stoff gleichzeitig zu kändeln (also dafür zu sorgen, dass sich der Saum nicht weiter auflöst), umzunähen UND eine dekorative Naht zu erzeugen, empfehle ich, den Stoff ca. einen Finger breit umzuschlagen und mit einem breiten Zick-Zack-Schnitt auf links zu nähen. Warum auf links? Erstens: Ihr seht den Umschlag besser. Zweitens: Es ist leichter zu nähen (vor allem in den Ecken). Und drittens: Auch die Rückseite des Zick-Zack-Schnitts gibt eine sehr schöne Optik.
  3. Startet ein einer beliebigen Ecke und näht bis ca. 4cm vor Ende der Kante. Jetzt schlagt die Ecke des Stoffs ein. Dazu die untere Kante des Stoffs analog zur ersten Kante nach innen schlagen. Die Ecke unten rechts sieht jetzt wahrscheinlich recht unschön aus. Deshalb schlagen wir Ecke als Dreieck nach innen. Gut festhalten :-)
  4. Weiternähen bis in die Mitte der Ecke. Das Dreieck, das wir nach innen geschlagen haben, wird dabei automatisch festgenäht. Wenn die Nähnadel jetzt unten ist, also im Stoff, löst Ihr die Fixierung des Stoffs (das Füßchen) und dreht ihn. Vorteil: der Stoff ist durch die Nadel fixiert und kann nicht verrutschen. Füßchen wieder runter und weiternähen.
  5. Die zweite, dritte und vierte Kante analog zur ersten nähen. Am Ende, also bei der letzten Kante, müsst Ihr daran denken, den Faden zu vernähen, also ein paar Mal vor- und rückwärts zu nähen.
  6. Weiternähen, bis alle Servietten fertig sind (das dauert eine gaaaanze Weile).
  7. Wenn alle fertig sind, geht es in die Waschmaschine – schließlich sollen sich die Gäste damit den Mund abwischen! Ihr solltet – je nach Stoff und Garn! – mindestens 40° wählen, eher 60° (dann werden eigentlich alle Bakterien abgetötet). Trocknen lassen und auf zu Schritt 8. Achtung auch hier: Ihr könnt den Stoff auch vor dem Nähen waschen – das wird meist sogar empfohlen. Ich würde trotzdem nach dem Nähen nochmal waschen (die Nähmaschine staubt ja z.B. auch ganz gut und überhaupt: Wir wollen ja, dass alles möglichst hygienisch ist.)
  8. Bevor es ans Stempeln geht, schneidet evtl. lose Fäden ab. Und dann Textilstempelfarbe wählen, Stempel tränken und entsprechend platzieren. Testet das vorher auf einer Test-Serviette, denn Textilstempelfarbe verhält sich anders als normale Stempelfarbe.
  9. Unbedingt: TROCKNEN LASSEN! Denn Textilstempelfarbe färbt ziemlich ab. Also Serviette für Serviette einzeln legen und am besten über Nacht trocknen lassen (mindestens 5 Stunden – je nach Hersteller).
  10. Wenn das Ganze getrocknet ist, mit einem Textilstift den Namen des Gastes aufschreiben. Evtl. wieder trocknen lassen.
  11. Wenn die Farbe lang genug eingetrocknet ist, das Ganze von links bügeln. Am besten ein Blatt Papier o.Ä. unterlegen, denn meistens färbt auch die getrocknete Fläche noch ab. Achtet dabei auf die Herstellerhinweise der Textilfarbe – i.d.R. darf z.B. nur OHNE DAMPF gebügelt werden.
  12. Jetzt sind die Servietten eigentlich fertig, denn die Stempelfarbe ist fixiert. Ich empfehle aber, um auf Nummer sicher zu gehen, alles nochmal zu waschen – am besten mit einem Farbauffangtuch in der Waschmaschine. Überschüssige, nicht fixierte Stempelfarbe landet so nicht auf der Nase der Gäste, sondern im Farbauffangtuch. Außerdem finde ich es doch gesünder – Textilstempelfarbe ist zwar nicht giftig und auch für Kinder geeignet (–> Herstellerhinweise lesen!), aber ich finde es doch hygienischer. Ich würde aber auf 30° oder maximal 40° waschen – die Textilfarbe hält meistens nicht mehr aus und prinzipiell habt Ihr ja schon alles rausgewaschen, was evtl. drin war.
  13. Wenn die Servietten getrocknet sind, nochmal bügeln – es soll ja schön aussehen! Und dann: falten. Wir haben uns dazu entschieden, die Servietten mit einer Kordel einzufassen, was sehr hübsch und auch fröhlich aussieht. Schlüppchen drum und fertig!
  14. Und jetzt: Eindecken :-)

 

So „schnell“ habt Ihr wunderschöne Tischdeko und ein Gastgeschenk, das wirklich individuell ist. Die Tischordnung müsst Ihr natürlich leider immer noch selbst machen… das kann Euch keiner abnehmen. Aber mit Vorfreude auf ein wirklich schönes Tischgedeck geht das vielleicht leichter von der Hand ;-)

 

 

Mein Fazit:

Aufwand – riesig. 5 von 5. Es dauert wirklich eeeewig die Servietten zu nähen, erst recht, wenn man viele Gäste hat. Nähen sollte Euch also ab 40+ Gästen wirklich Spaß bereiten.

Schwierigkeit – ein bisschen tricky ist das schon, das mit den Ecken. Aber wirklich schwierig nicht. 3 von 5.

Kosten – vergleichsweise günstig :-) Ich habe z.B. Stoff für 20€ gekauft (inklusive Stoff für Tischläufer und zum Aufhübschen der Vasen!), die Textilstifte kosten je nach Hersteller ca. 5€. Etwas teurer ist der Textilstempel (um 5-6€) und ggf. der Hochzeitsstempel. 3 von 5.

Optik – ein Traum! Ich bin total verliebt in diese DIY-Variante. 5 von 5.

 

Lohnt sich? Hmmja. Ich finde sie supertoll, aber es kostet wirklich viel, viel, viel Zeit. Ich habe bestimmt zwei komplette Tage nur genäht (verteilt auf Abendstunden und Wochenende…) – das ist wertvolle Zeit für Euch als Brautpaar, die Ihr braucht. Also… nur machen, wenn Ihr viel Zeit habt!!!