Die Vorbereitungen: Herzensmädchen.

Andi und Annabelle 06 2014_Deko_Copyright_008

Im März treffe ich mich mit den Herzensmädchen, die Ende September heiraten möchten. Zwei junge, sehr sympathische Frauen erwarten mich in einem meiner Lieblingscafés. Umgeben von Blumen und ausgestattet mit hervorragendem Kaffee beschnuppern wir uns. Die Herzensmädchen sind nicht das erste lesbische Paar, das ich kennenlerne, aber das erste lesbische Paar, das von mir getraut werden wird – sehr spannend!

Wie immer interessiert mich am meisten eigentlich die Geschichte hinter ihrer Liebe. Die beiden sind noch ziemlich jung, beide 28. Während die eine (das Sportlermädchen) schon sehr früh wusste, dass ihr Herz für Frauen schlägt, ist es für die andere (das Lockenmädchen, wie ich sie gerne nenne – sie hat nämlich die herrlichsten Locken der Welt!) die erste Beziehung mit einer Frau.

Ich lausche gespannt, wie sie mir von ihrer Kennenlerngeschichte berichten: Bei der Hochzeit einer Bekannten hat es gefunkt und auch wenn es noch ein wenig gedauert hat, so waren die beiden doch schon immer sehr fest in ihrer Zuneigung zueinander. Das Lockenmädchen sagt dabei einen der schönsten Sätze, die ich von einem Paar je gehört habe: „Ich war von Anfang an am Menschen in ihr interessiert. Sie war halt zufällig eine Frau.“ Das fand ich eine besonders schöne Aussage – klar, dass die gleich notiert wird für die Trauzeremonie ;-)

Gleichzeitig wurde auch klar, dass sich die Familien vielleicht noch nicht zu 100% an den Gedanken gewöhnt hatten, dass ihre Tochter eine andere Frau heiraten würde. Die Herzensmädchen wünschten sich deshalb etwas Zurückhaltendes und gleichzeitig Kraftvolles, etwas Stilvolles, das aber gleichzeitig nicht zu altbacken daher kommen sollte. Mit anderen Worten: Die Hochzeit sollte ein bombastisches Fest mit ein bisschen Understatement werden. Ich war sehr gespannt.

Das Sportlermädchen ist die geborene Eventmanagerin. Immer alles im Kopf, immer tolle Ideen, immer an die Gäste denkend… Sie berichtete mir, was schon alles geplant sei: Geheiratet werde in einem Park unter freiem Himmel. Zwar findet die Hochzeit Ende September statt, aber wir alle sind sehr zuversichtlich – und klar gibt es notfalls einen Plan B, falls es doch regnen sollte. Die beiden waren noch auf der Suche nach einer musikalischen Begleitung, denn sie wünschten sich mehr als nur ein bisschen Musik vom Band. Darauf freue ich mich ganz besonders: Zeremonien, die mit Livemusik begleitet werden, sind einfach noch festlicher und emotionaler als normale Zeremonien. Ein echtes Highlight in 2013 also!

Neben der Zeremonie gab es vor allem das Nachmittags- und Abendprogramm für die Gäste zu planen. Die Herzensmädchen stehen selbst gerne in der Küche und erzählten mir von der süßen Idee, eine Candybar für die Gäste aufzubauen. Dort sollte es nach der Zeremonie nicht nur kleine Küchlein geben, sondern auch jede Menge Naschkram, der wunderbar nach Kindheit schmeckt und den man nicht nur nachmittags knabbern sondern auch für den Nachhauseweg mit einpacken kann.

Nach einem inspirierenden Samstagvormittag trennen sich unsere Wege, aber ich kann es schon jetzt kaum erwarten, die Geschichte dieser beiden Herzensmädchen niederzuschreiben.